D’Associatioun CARE huet e Rapport verëffentlecht iwwer déi 10 Krisen déi 2021 wéineg an de Schlagzeile waren.

Den neie Rapport nennt sech "Suffering in Silence" a weist dass vill Krisen net vill Opmierksamkeet vun de Medie kruten. Virun allem huet et Krisen am Zesummenhang mat Honger, Aarmut a Flucht concernéiert. A Sambia haten 1,2 Millioune Mënschen net genuch z’iessen. An der Ukrain hunn 3,4 Millioune Mënschen humanitär Hëllef gebraucht.

Hei de Rapport "Suffering in Silence"

Schreiwes vu CARE

CARE-Bericht: Die zehn Krisen, die 2021 am wenigsten Schlagzeilen machten

Medienanalyse von über 40 Krisen in internationaler Berichterstattung / Krise in Sambia bekam am wenigsten mediale Beachtung

Luxemburg, 13. Januar 2022. Im vergangenen Jahr berichteten internationale Online-Medien mehr als 240.000-mal über die Weltallflüge von Jeff Bezos und Elon Musk. Die humanitäre Krise in Sambia, die für über 1,2 Millionen Menschen Hunger bedeutet, fand hingegen nur ganze 512 Erwähnungen. Die Abenteuer der beiden Milliardäre wurden also fast 500-mal so häufig thematisiert wie das südafrikanische Land und seine Hungerkrise.

Für viele Menschen in ärmeren Ländern ist jeder Tag ein Kampf ums Überleben, doch die Weltöffentlichkeit bekommt davon kaum etwas mit, mahnt die Hilfsorganisation CARE. Nach Angaben der Vereinten Nationen waren im letzten Jahr 235 Millionen Menschen weltweit auf humanitäre Hilfe angewiesen. Für dieses Jahr gehen die Vorhersagen von einem Anstieg auf über 274 Millionen aus. Mit Blick auf die Weltbevölkerung wäre dann ein Mensch von 28 von humanitärer Not betroffen.

Der aktuelle CARE-Bericht „Suffering in Silence“ zeigt auf eindrückliche Weise, welche zehn humanitären Krisen im Jahr 2021 kaum mediale Aufmerksamkeit bekamen, obwohl dort über Millionen von Menschen humanitäre Hilfe benötigen.

„Armut, Hunger und Flucht machen immer noch zu selten Schlagzeilen, das zeigt der Report sehr deutlich“, erklärt Frédéric Haupert, Direktor von CARE Luxemburg. „Dabei ist die mangelnde Aufmerksamkeit, immer wieder Anlass zu Sorge und Frustration. Mehr Sichtbarkeit der Not würde die Arbeit der humanitären Organisationen erleichtern, da dies unmittelbar zu einer stärkeren öffentlichen und auch politischen Unterstützung führen würde. Zudem geht mit mangelndem medialem Interesse meist auch eine geringere finanzielle Unterstützung einher und damit wird die konkrete Hilfe vor Ort noch schwerer.”

Armut und Hunger in Sambia am wenigsten beachtet

Die Auswirkungen langanhaltender Dürreperioden, des Klimawandels und von COVID-19 fanden nur selten Eingang in die Berichterstattung. Damit liegt Sambia auf dem ersten Platz, der 2021 am wenigsten beachteten Krisen. Direkt dahinter liegt auf Platz zwei die humanitäre Krise in der Ukraine. Im Osten des Landes herrscht seit mehr als sieben Jahren ein bewaffneter Konflikt. 3,4 Millionen Menschen benötigen humanitäre Hilfe. An dritter Stelle der vergessenen Krisen befindet sich Malawi. Dort kämpfen die Menschen mit den schweren Folgen der Klimakrise. Extreme Naturereignisse wie Wirbelstürme, Fluten oder Dürren treten häufiger auf als in den Jahren zuvor.

„Was alle Krisen gemeinsam haben: Die Lage für Frauen und Mädchen ist besonders prekär”, mahnt Frédéric Haupert. „Sie essen weniger, wenn alle hungern, sie sind auf der Flucht von Übergriffen bedroht und sie leiden unter Unsicherheit, Gewalt und patriarchalen Strukturen.”

Zehn humanitäre Krisen, die 2021 keine Schlagzeilen machten:
1. Sambia – 1,2 Millionen Menschen haben nicht genug zu essen
2. Ukraine – 3,4 Millionen Menschen benötigen humanitäre Hilfe
3. Malawi – 17 Prozent der Bevölkerung sind stark unterernährt
4. Zentralafrikanische Republik – 2,8 Millionen Menschen benötigen humanitäre Hilfe
5. Guatemala – 2/3 der Bevölkerung leben von weniger als 1,80 Euro am Tag
6. Kolumbien – 4,9 Millionen Menschen leben unter der Kontrolle bewaffneter Gruppen
7. Burundi – 2,3 Millionen Menschen benötigen humanitäre Hilfe
8. Niger – 1,8 Millionen Kinder benötigen Nahrungsmittelhilfe
9. Simbabwe – 5,7 Millionen Menschen fehlt es an genügend Nahrung
10. Honduras – 2,8 Millionen Menschen benötigen humanitäre Hilfe

Hier finden Sie Foto- und hier Videomaterial zu den zehn vergessenen Krisen
Bitte achten Sie bei Verwendung auf die Nennung der Quelle: “Quelle: CARE Luxemburg\CARE.lu”

Methodik des Reports: Im sechsten Jahr in Folge analysierte der internationale Medienbeobachtungsdienst Meltwater für CARE mehr als 1,8 Millionen Online-Artikel im Zeitraum vom 1. Januar bis 30. September 2021. Die Analyse stützte sich dabei auf Artikel in den Sprachen Arabisch, Englisch, Französisch, Deutsch und Spanisch. Aus einer Liste von 41 humanitären Krisen wurden jene zehn Krisen ermittelt, die die geringste mediale Aufmerksamkeit erhielten.